Nach einem Angriff auf in Afghanistan stationierte Bundeswehrsoldaten mit einem Todesopfer und mehreren Verletzten auf deutscher Seite verurteilte Verteidigungsminister Jung diesen als „hinterhältig und verbrecherisch“ und sprach von einem „Anschlag“. „Kaltblütig“ sei jener Hinterhalt „militärisch geplant“ worden, schreibt der SPIEGEL. Der STERN fordert dagegen in einem überraschend scharfen Artikel nun den Abzug der Bundeswehr.
Außenminister Steinmeier sagte:
„Wir verurteilen diesen Anschlag auf das Schärfste. Es ist ein feiger, heimtückischer Anschlag, der zeigt, dass die Feinde Afghanistans auch vor so einer gemeinen Aktion nicht zurückschrecken. Für mich gilt: Auch solche Anschläge dürfen uns nicht davon abhalten, diesem geschundenen Volk zur Seite zu stehen.“
Generalinspekteur Schneiderhan sagte:
„Das war eine geplante, man könnte fast sagen eine militärisch geplante Aktion.“
Müssen wir diese Aussagen noch erläuternd kommentieren?
Die Frage ist nun ob die deutsche Öffentlichkeit diese offensichtliche propagandistische Verdrehung der Tatsachen durchschaut. Denn erstens handelt es sich nicht um einen „Anschlag“ sondern um einen gewöhnlichen (und selbstverständlich „militärisch geplanten“) Angriff im Rahmen des in Afghanistan stattfindenden Guerrilla-Krieges der Taliban und anderer teilnehmender Kriegsparteien gegen die westlichen Invasionstruppen.
Denn in den Augen der dort agierenden Aufständischen und Terroristen handelt es sich um nichts anderes als eine illegitime Invasion des Landes. Für die Kämpfer der Taliban und diverser Warlords sind die dort stationierten Truppen der ISAF und der NATO (im Rahmen der Operation Enduring Freedom) gleich zu behandeln wie einst die Truppen der Sowjetunion, die das Land während der 80er Jahre verwüsteten und die, das nur nebenbei, damals gegen die von den USA und England ausgerüsteten und finanzierten und in der westlichen Presse seinerzeit zu „Helden“ und „Freiheitskämpfern“ hochstilisierten Mudschaheddin kämpften – den damaligen Vorläufern der heutigen Taliban.
Im Gegensatz zu der von der deutschen Regierung verbreiteten Behauptung, Deutschland würde in Afghanistan weniger „Krieg führen“ als mehr eine besondere Form der „bewaffneten Entwicklungshilfe“ leisten findet am Hindukusch tatsächlich ein Krieg statt. Und ein sehr blutiger noch dazu.
Eine der grundlegensten militärischen Taktiken ist der Hinterhalt, den bereits jeder Unteroffiziersanwärter der Bundeswehr offiziell beigebracht bekommt. Hinterhalte spielen eine besondere Rolle im Guerrilla-Krieg, wenn es der waffentechnisch unterlegenen Fraktion darum geht den Gegner überraschend anzugreifen und ihn mit gezielten Hit-and-Run-Angriffen zu demoralisieren. Was haben Steinmeier und Jung denn erwartet? Sollen die Taliban sich den hochgerüsteten Truppen der NATO auf dem Präsentierteller in einer offenen Feldschlacht stellen damit sie von Panzerhaubitzen, Predator-Drohnen und Kampfflugzeugen wie Tontauben abgeschossen werden?
Hinterhalte waren die vielleicht am meisten verwendete Kampftaktik im Vietnam-Krieg – auf beiden Seiten. Egal ob Taliban oder Bundeswehrsoldat, es erfordert großen Mut, die Mündung einer Waffe aus kurzer Distanz auf einen bewaffneten Gegner zu richten und den möglichen eigenen Tod vor Augen zu haben. „Hinterhältig“ ist es dagegen eher, aus mehreren tausend Metern Höhe Bomben abzuwerfen (am besten noch welche mit Depleted Uranium), etwa auf Hochzeitsgesellschaften und harmlose Schafhirten. „Feige“ ist es eher, wenn man im Kontrollraum irgendeiner Air-Force-Basis in Nordamerika sitzt und über Satellit eine Predator-Drohne wie im Videospiel fernsteuert und Hellfire-Raketen auf pakistanische Dörfer abfeuert.
Das erste Opfer eines Krieges ist immer die Wahrheit und, wie Platon sagte: „Nur die Toten haben das Ende des Krieges gesehen“. Für die Überlebenden – auf beiden Seiten – geht der Krieg weiter: in Form von posttraumatischen Belastungsstörungen, in Form von Phantomschmerzen aufgrund amputierter Glieder, in Form von Trauer um verlorene Angehörige…
Die Truppen der NATO werden den Krieg in Afghanistan gegen die Taliban nicht gewinnen, zumindest werden sie ihn nicht im Sinne der öffentlichen Meinung gewinnen (ob das auch überhaupt so gewollt ist sei dahingestellt). Hunderttausende russische Soldaten, hartgesottene Kämpfer, die, im Gegensatz zur NATO, den Kampf direkt und am Boden immer zum Gegner trugen, konnten das Land in zehn Jahren nicht einnehmen. Die Briten konnten das Land im 19. Jahrhundert nicht einnehmen und genauso wird es auch diesesmal sein. Die NATO kämpft gegen einen Gegner der im Krieg aufwuchs, der seit Generationen nichts anderes kennt. Einen Gegner, der das Terrain wie seine Westentasche kennt, der genügsam ist, sich primitiv ernährt, auf hartem Boden schläft und gut zu Fuß ist, der im Lager keine Playstation spielt sondern den Koran studiert und einen unerschütterlichen Glauben besitzt – und der Glaube versetzt bekanntlich Berge. Die Taliban haben nichts zu verlieren aber viel zu gewinnen. Und sie haben eine Geduld, die sich in Jahren, notfalls in Jahrzehnten misst.
Unser Beileid gilt den Angehörigen der in sinnlosen Auslandseinsätzen getöteten Bundeswehrsoldaten und der in Afghanistan und Pakistan getöteten Zivilisten.
Deutschland wird nicht „am Hindukusch verteidigt“, um Peter Struck einmal zu widersprechen. Am Hindukusch, und da ist Deutschland nur willfähriges Anhängsel, geht es um Geopolitik, darum einen „Fuß in der Tür Asiens“ zu haben. Es geht um Rüstungsgewinne. Es geht um Testgebiete für neue Waffensysteme, am lebenden Objekt und ohne dass man Gerichtsverfahren zu befürchten hätte. Es geht um die Ausrede, die Freiheitsrechte in den beteiligten westlichen Demokratien fortschreitend beschneiden zu dürfen, der „Sicherheit“ wegen. Und natürlich geht es nicht zuletzt um Drogengewinne, die am Ende auch die schwarzen Kassen der Geheimdienste füllen und somit für schwarze Operationen zur Verfügung stehen (wer das für eine Verschwörungstheorie hält dem sei eine exzellent recherchierte dreiteilige Artikelserie von Peter Dale Scott empfohlen: Teil 1 – Teil 2 – Teil 3).
Irgendwann werden auch die Massenmedien gezwungen sein, die überwältigenden Indizien und Beweise für den „9/11 Inside Job“ zur Kenntnis zu nehmen.
Auch wenn einige es offenbar bereits vergessen haben: Der einzige Grund weshalb der Westen in Afghanistan Krieg führt sind nach wie vor die Anschläge vom 11. September 2001. Das totalitäre und grausame Regime der Taliban wurde vor jenem historischen Datum zwar vom Westen hin und wieder kritisiert, eine militärische Intervention zur „Durchsetzung von Menschenrechten“ stand jedoch nie zur Debatte.
Was werden all die Bundeswehrsoldaten, die man in einen auf Lügen gegründeten Krieg geschickt hat sagen wenn die Wahrheit über 9/11 herauskommt? Was werden die Angehörigen der Toten sagen?
Wie werden sich Politik und Massenmedien dann wieder einmal herausreden?
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Zum Thema Afghanistan-Krieg siehe auch diesen kürzlichen gehaltenen exzellenten Vortrag vom Journalisten und langjährigen Afghanistan-Experten Christoph Hörstel:
Hörstel hielt diesen Vortrag beim Treffen des Schall & Rauch Blogs, bei dem auch viele andere interessante Vorträge gehalten wurden.
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Weitere sehr empfehlenswerte Interviews mit Hörstel:





