Autor: Kurt Nimmo – Infowars – 12. Mai 2009
Es ist keine Überraschung, dass YouTube Jason Bermas‘ Nutzerkanal namens „Infowarrior“ abgeschaltet hat. Zusätzlich zu Clips aus Jasons Radioshow diente der Kanal auch als Ersatz für den Alex Jones Channel, der Anfang dieses Monats gekappt wurde nachdem die Pittsburgh Post-Gazette angeblich eine Beschwerde eingelegt hatte weil Alex Jones den Ausdruck eines Artikels von deren Webseite in seiner Radio/TV-Show gezeigt hatte. YouTube sieht dies als Copyright-Verletzung an was etwas absurd erscheint wenn wir uns daran erinnern, dass Viacom gegen Google gerichtlich vorgegangen war und Entschädigungen in Höhe von $ 1 Milliarde verlangte weil Google es über seinen Videodienst Nutzern erlaubte urheberrechtlich geschütztes Material von Viacom hochzuladen.
Der Vorfall mit der Pittsburgh Post-Gazette war aber nur ein Vorwand. YouTube hat mittlerweile keinerlei Verwendung mehr für Alex Jones und tausende anderer Nutzer, die aus YouTube das gemacht haben was die Seite heute ist. Mehr noch, all die YouTube-Benutzer wurden im Grunde gezielt dafür genutzt um die Seite über die letzten Jahre aufzubauen und populär zu machen, nur um sie ab jetzt als Mittel für Googles Vision eines komplett durchkommerzialisierten Internets zu kapern.
Gemäß Nielsen Online ist YouTube die fünftpopulärste Internetseite in den USA und hatte allein im Februar dieses Jahre über 83 Millionen einzelne Besucher. Man schätzt dass 41% aller US-Videostreams dieses Jahr über YouTube laufen werden und dass die Seite im Laufe des Jahres weltweit 375 Millionen einzelne Besucher im Monat erhalten wird.
Allerdings ist YouTube vom kommerziellen Standpunkt her ein katastrophales Geschäftsmodell. Die Verluste betragen viele Millionen Dollar pro Jahr. Um Profite zu realisieren hat YouTube Verträge mit Mediengiganten wie CBS, Lions Gate, MGM, Disney, ESPN und anderen abgeschlossen. Letzten Monat verkündete YouTube eine Partnerschaft mit Universal Music um VEVO, eine Premium-Musikvideoseite aufzubauen.
Diese Vereinbarungen lassen einige Beobachter zweifeln ob YouTube langfristig sowohl die Bedürfnisse seiner privaten Nutzergemeinschaft und auch die von Hollywood befriedigen kann, die ja mehr auf professionell produzierte Inhalte und ein scharfes Urheberrecht setzen
wie Chris Snyder letztens im Magazin Wired schrieb.
Es geht aber nicht nur um Copyright-Fragen. YouTube und dessen Besitzer Google sind gerade dabei die von Usern erstellten Videos zu „ghettoisieren“ und die Seite zu „Hulu-isieren“ um den Ansprüchen ihrer Geschäftspartner gerecht zu werden. YouTube behauptet dagegen aber, diese Maßnahmen würden beiden Seiten entgegenkommen.
Hulu ist ein YouTube-Spinoff der von NBC Universal und der Fox Entertainment Group produziert wird. Das Businessprojekt Hulu wurde im März 2007 angekündigt und sah AOL, MSN, Facebook und Yahoo! als Partner vor. Hulu bietet Videostreams von TV-Sendungen und Filmen von NBC, Fox und vielen anderen Networks und Studios an. Die Streams entahlten allerdings Werbung.
Youtube reorganisiert seine Internetpräsenz derzeit so, dass
seine von den Benutzern produzierten und hochgeladenen Videos, die ja den größten Teil der Aktivität auf YouTube ausmachen, von den kommerziellen Premium- und Langzeitformaten getrennt angeboten werden,
wie Clickz im März schrieben. Mit anderen Worten: YouTube will Inhalte, die nicht von den Medienkonzernen aufgeschaltet wurden in ein „virtuelles Ghetto“ abschieben. Außerdem plant YouTube über eine neue Technologie namens Google TV Ads Online kleine Werbevideos in die von Benutzern generierten kostenlosen Videos einzufügen.
Fairness und Neutralität gibt es auch zunehmend nicht mehr bezüglich der hochgeladenen Videos von Alex Jones und anderen unabhängigen Aktivisten. Wie Radiomoderator Jason Bermas gestern entdeckte wird YouTube nicht einmal mehr fadenscheinige Ausreden benutzen wenn es um die Abschaltung unerwünschter Nutzerkanäle geht. Mittlerweile löschen sie Kanäle und Videos, deren Inhalte den Konzernen nicht genehm sind einfach ohne Vorwarnung oder Erklärung und senden somit zig Terabytes an wertvollem Datenmaterial ins virtuelle Nirvana.
YouTubes neues Geschäftsmodell bietet einen guten Ausblick auf die im Aufbau befindliche „Schöne Neue Internetwelt“, wie sie sich Regierungen und Großkonzerne vorstellen.
Ähnlich wie im kommerziellen Pay-TV und Kabelfernsehen soll es im neuen, schnellen Internet zwar viele zigtausende Kanäle und Angebote geben, die aber alle keinen wirklichen Informationswert bieten. In jenem Universum ist kein Platz vorgesehen für demokratische Diskussionen sondern nur noch für von Regierungen zensierte und von Megakonzernen regulierte Pseudoinhalte und kommerziellen Unterhaltungsmüll.
Die “Hulu-isierung” von YouTube steht stellvertretend für den Beginn dieses schleichenden Prozesses. In einer gar nicht mehr so fernen Zukunft werden Regierungen sich einmischen und Regulierungen zu Gunsten von Konzernen und Unternehmen aussprechen um somit das Internet an die kurze Leine zu nehmen. Für kritische Stimmen bleibt da kein Platz mehr. Jay Rockefellers sogenannter „Cybersecurity“-Gesetzesvorschlag, der dem Präsidenten tatsächlich die Macht verleihen soll, das Internet bei Bedarf „abzuschalten“, und auch der sogenannte „Megan Meier Cyberbullying Prevention Act“ stehen für den Beginn eines großen Umbaus um das Internet „sicherer“ zu machen. Es wird aber nicht „sicherer“ für uns sondern nur für die herrschende Elite, für Regierungen und transnationale Konzerne.
Jay Rockefeller hat keine Witze gemacht als er vor kurzem sagte, dass das Internet seiner Ansicht nach besser nie hätte erfunden werden dürfen. Wenn es nach ihm ginge würde man ein offenes und basisdemokratisches Internet zum Wohle von Regierungen und Konzernen im Keim ersticken.





