Cecil Rhodes und die Round Table Group

17 03 2010

Aaron Dykes – Infowars.com – 5. August 2008

Cecil Rhodes, der berüchtigte Diamantenbaron, gründete eine Geheimgesellschaft (und verfügte in seinem Testament über ihren Fortbestand), welche die Agenda zum Aufbau einer Weltföderation (Commonwealth) britischer Nationen zur Fortführung des britischen Imperiums verfolgte.

“Eine der wichtigsten Methoden, mit denen diese Gruppe arbeitete, war Propaganda. Sie waren für den Jameson-Überfall von 1895 verantwortlich; sie lösten den Burenkrieg von 1899-1902 aus; sie gründeten und kontrollieren den Rhodes Trust; sie gründeten die Südafrikanische Union in den Jahren 1906-1910; sie gründeten die südafrikanische Publikation “The State” im Jahre 1908.”

(…)

“Im Jahre 1911 entschied Curtis, dass der Name Ihrer Majestät Herrschaftsgebietes von “British Empire” in “Commonwealth of Nations” umbenannt werden sollte. Dies wurde 1948 offiziell umgesetzt. Wieder um 1911 herum entschied Curtis, dass Indien eine komplette Autonomie erhalten sollte, so schnell wie es die Verhältnisse erlaubten. Dies fand 1947 statt. Wie wir sehen werden waren dies nicht bloss zufällige Ereignisse, denn Curtis arbeitete hinter den Kulissen und war einer der wichtigsten Architekten beim Aufbau des heutigen Commonwealth.”

- Carroll Quigley, “The Anglo-American Establishment”

“Gegen Ende des Ersten Weltkrieges wurde es klar, dass die Struktur dieses Systems deutlich ausgeweitet werden musste. (…) Lionel Curtis (…) gründete in England und allen Überseegebieten eine Frontorganisation zu den bereits existierenden Round-Table-Gruppen. (…) Diese Frontorganisation, bekannt unter dem Namen Royal Institute of International Affairs, hatte als Kernstück in jedem Gebiet die bereits installierten Round-Table-Gruppen. (…) In New York war sie als der Council on Foreign Relations bekannt, der wiederum eine Frontorganisation für J.P Morgan & Co. war und mit der sehr kleinen amerikanischen Round Table Group verbunden war. Die amerikanischen Organisatoren wurden von einer großen Gruppe von “Experten” im Dienste Morgans dominiert (…) Die Publikation The Round Table wurde über viele Jahre hinweg (bis 1961) von einem Hinterzimmer auf dem Grundstück des Chatham House in Ormond Yard editiert und ihre Telefonverbindungen liefen alle über die Schaltzentrale von Chatham House.”

- Carroll Quigley, “Tragedy and Hope”

Professor Carroll Quigley war Bill Clintons Mentor an der Georgetown University und für den elitären Think Tank  Council on Foreign Relations als Haushistoriker tätig. Quigleys Hauptwerk ist das 1400 Seiten starke Buch “Tragedy & Hope: A History of the World in our Time”. Ein anderes wichtiges Werk von ihm ist “The Anglo-American Establishment”. Beide Bücher sollten Pflichtlektüre für jeden sein, der wirklich verstehen will, wie die Fäden in Politik und Wirtschaft gezogen wurden und noch immer gezogen werden.

“Die Mächte des Finanzkapitalismus hatten ein weiteres, langfristiges Ziel, und zwar nichts weniger als die Erschaffung eines weltweiten Systems zur finanziellen Kontrolle, welches sich in privaten Händen befinden und die politischen Systeme jedes Landes und jeder Volkswirtschaft als Ganzes kontrollieren sollte. Dieses System sollte auf eine feudalistische Art und Weise geführt werden, und zwar über die Zentralbanken der Welt, welche durch geheime Abkommen, die bei regelmäßigen privaten Treffen und Konferenzen entstünden, in gemeinsamer Übereinstimmung agieren würden.”

(…)

“Das Herzstück dieses Systems sollte die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich in Basel (Schweiz) sein, eine private Bank, welche über die Zentralbanken der Welt kontrolliert wird, welche selbst wiederum im Privatbesitz befindliche Institutionen sind…”

(…)

“Der Council on Foreign Relations ist der amerikanische Zweig einer Gesellschaft, die ihren Ursprung in England hat (…) [und] (…) welche glaubt, dass nationale Grenzen abgeschafft und ein globales One-World-Regierungssystem deren Platz einnehmen sollte.”

(…)

“Das Wachstum des Finanzkapitalismus ermöglichte eine Zentralisierung der Kontrolle über die Weltwirtschaft sowie die Verwendung dieser Macht zum direkten Nutzen der Finanziers und zum Schaden aller anderen Wirtschaftszweige.”

(…)

“Das Argument, dass die beiden Parteien gegensätzliche Ideale und politische Standpunkte repräsentieren würden, eine etwa der Rechten und die andere der Linken, ist eine törichte Vorstellung, der wahrlich nur doktrinäre und akademische Denker verfallen können. Stattdessen sollten beide Parteien fast identisch sein, damit das amerikanische Volk bei jeder Wahl “die Gauner rausschmeißen kann”, ohne aber, dass es tatsächlich zu einem tiefen oder extremen Wandel der politischen Agenda kommt.”

(…)

“Es existiert, und das bereits seit Generationen, ein internationales (…) Netzwerk, welches auf eine Weise arbeitet, wie es die konservative Rechte bei den Kommunisten vermutet. Tatsächlich hat dieses Netzwerk, welches wir als die Round Table Groups bezeichnen können, keinerlei Hemmungen mit den Kommunisten zusammenzuarbeiten und tut dieses auch regelmäßig. Mir sind die Tätigkeiten dieses Netzwerkes bekannt, da ich es mehr als zwanzig Jahre lang studiert habe und zu Beginn der 60er Jahre sogar für zwei Jahre lang exklusive Einsicht in dessen Akten und der Öffentlichkeit normalerweise nicht zugängliche Aufzeichnungen erhielt. Ich habe keine Aversionen, weder gegen das Netzwerk selbst noch gegen seine Ziele und habe tatsächlich sogar für den überwiegenden Teil meines Lebens eng mit ihnen zusammengearbeitet. Sowohl früher als auch kürzlich hegte ich Einwände gegen einige ihrer politischen Ziele (…) im Allgemeinen aber besteht meine grundsätzliche Meinungsverschiedenheit darin, dass die Vertreter dieses Netzwerkes es vor der Öffentlichkeit geheim halten wollen während ich der Überzeugung bin, dass seine historische Rolle wichtig genug ist um für die Öffentlichkeit bekannt zu werden.“

aus: “Tragedy and Hope: A History of The World in Our Time” (Macmillan Company, 1966), by Professor Carroll Quigley of Georgetown University

“As a teenager, I heard John Kennedy’s summons to citizenship. And then, as a student, I heard that call clarified by a professor I had named Carroll Quigley.”

- President Clinton, a former Rhodes Scholar, in his acceptance speech for the Democratic Party’s nomination for president, 16 July 1992

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Bibliographie:

Quigley, Carroll: “Tragedy & Hope: A History of the World in our Time”

Deutsche Ausgabe: “Tragödie und Hoffnung: Eine Geschichte der Welt in unserer Zeit”, übers., eingel. u. kommentiert v. Andreas Bracher

Quigley, Carroll: “The Anglo-American Establishment”

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Kritik:

Kritische Anmerkungen zur Urlegende moderner Verschwörungstheorien

Auszüge:

“Die Rhodes-Stipendien, durch die Bestimmungen von Cecil Rhodes’ siebtes Testament eingerichtet, kennt jeder. Nicht so allgemein bekannt ist, dass Rhodes in fünf vorhergehenden Testamenten sein Vermögen zur Bildung einer Geheimgesellschaft bestimmte, die sich der Erhaltung und Erweiterung des britischen Empire widmen sollte. Und was niemandem bekannt zu sein scheint ist, dass diese Geheimgesellschaft von Cecil Rhodes und seinem wichtigsten Treuhänder, Lord Milner, errichtet wurde und bis zum heutigen Tage existiert.”

- Carroll Quigley in: “The Anglo-American Establishment”

“Mit diesen Worten beginnt Quigley sein Buch “The Anglo-American Establishment”, eine äußerst detaillierte Untersuchung von Beziehungsfäden in der britischen Politik, vor allem in der imperialen Außenpolitik des Empire, etwa von 1880 bis 1945. Darin versucht er darzustellen, wie ein bei Cecil Rhodes beginnendes Beziehungsnetzwerk “mehr als fünfzig Jahre lang eine der wichtigsten Kräfte in der Formulierung und Ausführung der britischen imperialen und Außenpolitik” gewesen sei. Der Einfluss dieses Netzwerks sei so groß, dass die Geschichte des 20. Jahrhunderts ohne seine Kenntnis kaum zu verstehen sei, schrieb Quigley in seinem voluminösen Buch “Tragedy and Hope”. Tatsächlich lassen sich Verbindungen zwischen Rhodes, den späteren Round-Table-Gruppen, dem Council on Foreign Relations bis hin zur Trilateralen Kommission und den Bilderberg-Konferenzen herstellen. Eine gesteuerte Verschwörung in der Hand einer “Geheimgesellschaft” dagegen ist fraglich. Es gibt deutliche Hinweise, dass Quigleys Verschwörungsthese schon in den Anfängen auf Sand gebaut ist, will man den Begriff “Geheimgesellschaft” wirklich ernst nehmen. Statt Quigleys Behauptungen ständig zu wiederholen, ist deshalb eine kritische Auseinandersetzung angezeigt.”

(…)

“Unter diesem Blickwinkel werden die von Carroll Quigley beobachteten Zusammenhänge nicht weniger interessant. Die modernen Verschwörungstheorien allerdings bauen offensichtlich nur auf einer hübschen Legende auf.”

Kommentar:

Das ändert nichts an der Tatsache, dass elitäre Gruppierungen wie der CFR, das RIIA, die Trilaterale Kommission und die Bilderberg-Gruppe nach wie vor existieren, einen erheblichen politischen Einfluss ausüben, sich dabei jeder demokratischen Kontrolle entziehen und sowohl in Massenmedien als auch Politikwissenschaft so gut wie keine Rolle spielen. Die Frage ist auch, ob Quigley überhaupt von einer “Verschwörung” gesprochen hat bzw. ob er den Begriff “Geheimgesellschaft” so meinte, wie es der Autor des Artikel interpretiert. Es stellt sich auch die Frage, was für eine Art der Verschwörung er hier meint. Der Begriff “Verschwörungstheorie” ist maßlos überstrapaziert und wird viel zu oft reflexartig ausgeteilt. Unabhängige wissenschaftliche Forschung ist gefragt, doch um diese betreiben zu können muss man zunächst einmal gewisse Zusammenhänge kennen und über ein angemesses Wissen über Themen verfügen, die im standardisierten Bildungskanon normalerweise nicht vorkommen. Noch einmal: Die Werke Carroll Quigleys sollten Pflichtlektüre an allen Universitäten sein.

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Siehe auch:

! History: How the U.S. Government was overthrown in three easy steps

Clinton, Quigley and the New World Order

Rare Interview with Carroll Quigley (1974)

“The very word secrecy is repugnant in a free and open society and we are as a people inherently and historically opposed to secret societies, to secret oaths and to secret proceedings.”

- John F. Kennedy


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