Mario Vargas Llosa und die Trilaterale Kommission

9 10 2010

Der Peruaner Mario Vargas Llosa erhielt kürzlich den Nobelpreis für Literatur.

Bilderberg-Jäger Daniel Estulin wies darauf hin, dass Vargas Llosa Mitglied der Trilateralen Kommission ist.

Sein Mitwirken bei der TK seit dem Jahr 1997 dokumentiert der frischgebackende Nobelpreisträger übrigens höchstpersönlich auf seiner eigenen Homepage.

Die Trilaterale Kommission ist die “kleine Schwester” der Bilderberg-Gruppe, über die hier bereits ausführlich berichtet wurde.

Was hat ein Literat und Schöngeist also in jenem hochkorrupten Verein verloren, über den die westlichen Massenmedien praktisch nie berichten, trotz der bemerkenswerten Mitgliederliste, die Dutzende prominenter Politiker, Funktionäre und Wirtschaftslenker umfasst?

Vargas Llosa ist kein unpolitischer Mensch. 1990 trat er für das Amt des peruanischen Präsidenten an, verlor aber gegen seinen Widersacher Alberto Fujimori, der heute wegen schwerster Korruption und Menschenrechtsverbrechen im Gefängnis sitzt.

In Kolumnen und Essays spricht er sich oft vehement gegen die Castro-Diktatur in Kuba aus und verurteilt linkspopulistisch-sozialistische Experimente wie unter Hugo Chávez in Venezuela. Seine politische Einstellung könnte man als rechtskonservativ-neoliberal bezeichnen. In jungen Jahren bezeichnete er sich selbst jedoch als Marxisten und Sozialisten. Sein Roman “Das Fest des Ziegenbocks” ist eine Abrechnung mit Rafael Leonidas Trujillo, dem rechtsfaschistischen Diktator der Dominikanischen Republik, der 1961 von Dissidenten ermordet wurde. Kritiker loben die präzisen Analysen der Machtpsychologie in vielen seiner Romane.

Was ihn nun antreibt, seine kostbare Lebenszeit bei der Trilateralen Kommission zu verschwenden ist mir nicht bekannt. Vielleicht genießt er das vermeintliche Prestige, im Kreis der reichsten und einflussreichsten Personen des Westens Tischreden zu halten. Vielleicht ist er ernsthaft davon überzeugt etwas Gutes zu tun und sieht den Wald vor lauter Bäumen nicht.

Die Trilaterale Kommission ist eine hochelitäre, informelle Diskussionsrunde in der Weltpolitik besprochen und abgestimmt wird. Genau wie bei den Bilderberg-Konferenzen finden sich dort vehemente Befürworter der Globalisierung ein, die den souveränen Nationalstaat als “überholt” sehen und stattdessen mächtige globale Institutionen fordern, die im Verbund mit den Großkonzernen und Großbanken dieser Welt über die Köpfe der Menschen hinweg regieren sollen.

In diesem Videoausschnitt spricht der britische Historiker Anthony C. Sutton (1925-2002) über die Trilaterale Kommission:

Lesen Sie hier einen Auszug aus einer Rezension über Daniel Estulins Standardwerk über die Bilderberg-Konferenz und mit ihr verbundene Organisationen, wie der Trilateralen Kommission und dem amerikanischen Council on Foreign Relations:

Das Netz der Kontrolle: Die von Rockefeller gegründete Trilaterale Kommission

Viele Think Tanks und Stiftungen, die Massenmedien und andere entscheidende Organisationen sind mit Mitgliedern des CFR besetzt. Die meisten seiner lebenslang tätigen Mitglieder gehören ebenso auch zur Trilateralen Kommission und zur Bilderberg-Gruppe. Sie arbeiten heimlich und üben enorme Macht über amerikanische und weltpolitische Angelegenheiten aus.

Auf Seite 405 seiner Memoiren schreibt David Rockefeller:

“Über ein Jahrhundert lang haben ideologische Extremisten von beiden Seiten des politischen Spektrums gut publizierte Ereignisse wahrgenommen, die Rockefeller-Familie für den übermäßigen Einfluss anzugreifen, den wir ihrer Meinung nach auf amerikanische politische und wirtschaftliche Institutionen ausüben. Manche glauben gar, wir seien Teil einer geheimen Kabale, die entgegen den besten Interessen der USA arbeitet, charakterisieren mich und meine Familie als “Internationalisten” und Verschwörer, die gemeinsam mit anderen weltweit eine integriertere globale politische und wirtschaftliche Struktur schaffen – eine Welt, wenn Sie so wollen. Wenn das die Anklage ist, dann bin ich schuldig, und ich bin stolz darauf.” – [Quelle der Übersetzung: ZeitKritiker.de, A.d.Ü.]

In Allianz mit den Bilderbergern spielt die TK auch „eine wichtige Rolle im Spiel der New World Order um den Reichtum, der sich in den Händen weniger kozentriert, zur Kontrolle der Welt einzusetzen.“ Die Mitglieder der Trilateralen Kommission teilen ähnliche Ansichten und fühlen sich allesamt dazu hingezogen, eine globale Dominanz auszuüben, die sie niemand anderem überlassen wollen.

Sie wurde 1973 gegründet und hat ihren Sitz in Washington. Ihre mächtigen Mitglieder aus den USA, den EU-Ländern und Ostasien streben nach der Realisierung des Ziels für das sie gegründet wurde – eine “Neue Internationale Wirtschaftsordnung”, heute einfach nur als “New World Order” (Neue Weltordnung) bezeichnet, welche von globalen Eliten aus jenen drei Regionen der Welt und einigen wenigen Mitgliedern aus anderen Ländern geführt wird.

Gemäß den Angaben auf der Internetseite der TK verfügt “jede regionale Gruppe über einen Vorsitzenden und einen Vize-Vorsitzenden, die alle zusammen die Führung des Kommittees darstellen. Das Exekutiv-Komitee umfasst darüber hinaus weitere 36 Individuen aus einem größeren Mitgliederkreis“, der zu Beginn einst von den USA, der EU und Ostasien gleichermaßen repräsentiert wurde und nun aufgrund der größeren Mitgliederzahl eine globale Gruppe aus allen Regionen der Welt umfasst.

Die Mitglieder des Kommitees treffen sich mehrmals pro Jahr um ihre Arbeit zu diskutieren und zu koordinieren. Das Exekutiv-Kommitee wählt Mitglieder aus und zu jedem Zeitpunkt gehören ihm 350 Personen für einen verlängerbaren Zeitraum von zunächst drei Jahren an. Jeder von ihnen ist ein  gut ausgebildeter Insider mit Fachwissen in Bereichen der Wirtschaft, Finanzwirtschaft, Politik, Militär oder Medien. Unter den Mitgliedern finden sich ehemalige Präsidenten, Außenminister, internationale Bankiers, Vorsitzende von Think-Tanks und Stiftungen, Universitätspräsidenten und ausgewählte Akademiker, sowie ehemalige Senatoren und Kongressabgeordnete und viele mehr.

Obwohl man die Jahresberichte käuflich erwerben kann unterliegen die inneren Mechanismen der Kommission, ihre Ziele und ihre Vorgehensweisen, der Geheimhaltung – und das aus gutem Grund. Da die Ziele der Kommission der Öffentlichkeit schaden dürfen sie nicht publik werden. In seinem Buch „Trilaterals over Washington“ schreibt Anthony Sutton:

“Diese Gruppe von Privatleuten ist sehr gut organisiert was dazu führt, dass ihre kollektiven Ansichten einen entscheidenden Einfluss auf die öffentliche Meinung und allgemeine Politik haben.“

In ihrem Buch “Trilateralism: The Tritaleral Commission and Elite Planning for World Government” schreibt die Autorin Holly Sklar:

“Mächtige Akteure in Amerika, Europa und Ostasien lassen „die Reichen (…) die Interessen des westlichen Kapitalismus in einer explosiven Welt schützen – möglicherweise dadurch, dass sie Protektionismus und Nationalismus schlechtreden sowie jede andere Antwort, welche die Eliten eines Landes gegen die eines anderes ausspielen würde“.

Zbigniew Brzezinski, Mitbegründer der Trilateralen Kommission, schreibt in seinem Buch “Between Two Ages – America’s Role in the Technotronic Era”:

“Die Menschen, Regierungen und Volkswirtschaften aller Nationen müssen den Bedürfnissen der multinationalen Banken und Konzerne dienen. (Die Verfassung ist) unzureichend (…) der alte Rahmen internationaler Politik, mit ihrem Einfluss (…) die Fiktion der Souveränität (…) ist auf klare und deutliche Weise nicht mehr kompatibel mit der Realität (…)“.

Die TK ist heute global, mit Mitgliedern aus so verschiedenen Ländern wie Argentinien, Ukraine, Israel, Jordanien, Brasilien, Türkei, China und Russland. In seinem Buch „Trilaterals Over America“ ist Anthony Sutton der Ansicht, dass das Ziel der TK darin bestehe, in Zusammenarbeit mit den Bilderbergern und dem CFR „öffentliche politische Ziele zu formulieren, die dann von Regierungen weltweit umgesetzt werden“.

Er fügte hinzu, dass die „Trilateralen die US-Verfassung und demokratische Vorgehensweisen stets abgelehnt haben.“ Tatsächlich sei die TK gegründet worden um einer „demokratischen Krise“ zu begegnen – in diesem Fall sei die Demokratie so stark geworden, dass sie in ihre Schranken gewiesen werden musste.

Ein offizieller TK-Bericht äußerte einst sein Bedauern über die “wachsende Partizipation breiter Bevölkerungsschichten an der Kontrolle etablierter sozialer, politischer und ökonomischer Institutionen, insbesondere der Widerstand gegen die zunehmende Machtkonzentration in den Händen des Kongresses und bundesstaatlicher wie lokaler Regierungen.“

Um dieser Entwicklung zu begegnen sei eine umfassende Kontrolle über die Medien nötig gewesen um “einschränken zu können, was Zeitungen (und TV und Radiosender) publizieren dürfen“. Außerdem schrieb Richard Gardner in einer Ausgabe des CFR-Magazins Foreign Affairs vom Juli 1974, dass die Führerschaft des CFR „die nationale Souveränität ein für alle mal beenden müsse, Stück für Stück“, bis sie im öffentlichen Diskurs schließlich keine bedeutende Rolle mehr spiele.

Der Erfolg der Bilderberg-Gruppe, des CFR und der Trilateralen Kommission hängt davon ab wie sehr sie es schaffen uns dazu zu bringen “unsere Freiheiten angesichts einer allgemeinen Bedrohung oder Krise aufzugeben. Die Stiftungen, Bildungseinrichtungen und wissenschaftlichen Think Tanks, die von diesen Organisationen finanziell gefördert werden, treiben ihre Agenda voran in dem sie sogenannte „wissenschaftliche Studien“ finanzieren, deren Zweck vor allem darin besteht geplante Veränderungen durchzusetzen. Die Ausreden sind verschieden aber das Ziel um das es geht ist immer die Reduzierung individueller Freiheit. Unserer Freiheit.“

Bilderberger, Trilateralisten und CFR-Mitglieder wollen ein „allumfassendes Monopol“ über die Regierung, das Geldwesen, Industrie and Eigentum welches „sich selbst aufrechterhaltend und ewig während“ sein soll.

Frederick C. Howe erklärt in seinem Buch „Confessions of a Monopolist“ (1906) wie jene Mechanismen in der Praxis wirken:

“Dies sind die Regeln des Big Business: Schaffe ein Monopol; lasse die Gesellschaft für dich arbeiten. So lange wir internationale Revolutionäre und internationale Kapitalisten als unvereinbare Erzfeinde zueinander sehen fehlt uns ein wichtiger Baustein in der Gleichung (…) eine Partnerschaft zwischen internationalem Monopolkapitalismus und internationalem revolutionärem Sozialismus ist für beide Seiten gleichsam von Vorteil.“

In seinem Buch “The Rockefeller File” schrieb Gary Allen:

“Zum Ende des 19. Jahrhunderts verstanden es die inneren Zirkel der Wall Street, dass der effizienteste Weg zur Schaffung eines Monopols darin bestand zu behaupten, dass es gut für das “öffentliche Wohl” sei und im “öffentlichen Interesse” läge.

David Rockefeller lernte dieses Prinzip von seinem Vater, John D. Jr., der es wiederum von seinem Vater, John D. Sr. gelernt hatte. Sie hassten jede Form von Wettbewerb und setzten alles daran ihn zu eliminieren. David führt dies auch heute noch fort und nunmehr auf globaler Ebene, eben durch die Schaffung der Neuen Weltordnung.

Während der 70er und 80er Jahre arbeiteten Trilateristen und CFR-Mitglieder zusammen in einer Initiative namens “1980’s Project“, der bisher größten CFR-Initiative, deren Ziel es war, Weltereignisse „in Richtung eines speziell gewünschten kompletten wirtschaftlichen Zusammenbruchs zu steuern“. Man stellt sich nun die Frage, warum?

Weil das weltweite industrielle Wachstum der 50er und 60er Jahre mehr Wettbewerb bedeutet hatte. Es war ein Modell, das Schule machen sollte und musste somit „im Keim erstickt werden“ oder zumindest nachhaltig sabotiert werden. Dies galt auch für Amerika und nahm seinen Anfang zu Beginn der 80er Jahre. Das bisherige Ergebnis ist ein Transfer des Reichtums von den Armen hin zu den Reichen, ein dramatisches Schrumpfen der Mittelklasse und deren geplanter und absehbarer Untergang.

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Siehe auch:

Rezension von Daniel Estulins Buch „Die wahre Geschichte der Bilderberger“

Bilderberg 2010 in der spanischen und internationalen Presse

Fidel Castro und Bilderberg

Sonderseite: Bilderberg-Konferenz 2010

Sonderseite: Bilderberg-Konferenz

Sonderseite: New World Order


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28 10 2010
Brzezinski empfiehlt Sutton « Infoblog Media

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